Das Problem: Äpfel mit Birnen vergleichen
Sie haben drei Angebote für den Erdaushub eingeholt. Firma A bietet 18.000 EUR, Firma B 24.000 EUR und Firma C 21.000 EUR. Ist Firma A der klare Sieger? Nicht unbedingt. Denn möglicherweise hat Firma A die Entsorgung nicht eingepreist, Firma B hat bereits den Verbau kalkuliert und Firma C bietet die beste Leistung zum mittleren Preis.
Schritt 1: Leistungsverzeichnis (LV) erstellen
Die wichtigste Grundlage für vergleichbare Angebote ist ein detailliertes Leistungsverzeichnis. Es beschreibt jede einzelne Position mit Menge, Einheit und Beschreibung. Ohne LV bekommt jeder Anbieter eine andere Vorstellung davon, was gefordert ist.
Schritt 2: Einheitspreise prüfen
Vergleichen Sie nicht nur die Gesamtsumme, sondern die Einheitspreise pro Position. Ein auffällig niedriger Einheitspreis bei einer Hauptposition kann bedeuten, dass der Anbieter bei den Nachträgen zulangen wird.
Schritt 3: Auf Vollständigkeit achten
Häufig fehlende Positionen in Angeboten:
- Baustelleneinrichtung und -räumung
- Bodengutachten und Vermessung
- Entsorgung von belastetem Material
- Wasserhaltung bei hohem Grundwasser
- Winterbaumaßnahmen
Schritt 4: Preisspiegel erstellen
Tragen Sie alle Angebote in eine Tabelle ein — Position für Position. So sehen Sie auf einen Blick, wo welcher Anbieter teurer oder günstiger ist. Auffällige Abweichungen (mehr als 30% vom Durchschnitt) sollten Sie hinterfragen.
Fazit
Das günstigste Angebot ist selten das beste. Investieren Sie Zeit in ein sauberes Leistungsverzeichnis und einen Preisspiegel — das spart Ihnen im Projektverlauf ein Vielfaches an Nachträgen und Ärger.
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