Ratgeber

Abbrucharbeiten: Genehmigungen, Ablauf und typische Kosten

13 Aufrufe
Redaktion Hoch- und Tiefbauunternehmen

Abbruch ist mehr als "kaputt machen"

Kontrollierter Rückbau ist ein Fachgebiet mit eigenen Regeln, Genehmigungen und Risiken. Wer ein Gebäude abreißen möchte, muss einiges beachten — von der Baugenehmigung bis zur Schadstoffentsorgung.

Schritt 1: Abbruchgenehmigung beantragen

In den meisten Bundesländern ist eine Abbruchgenehmigung erforderlich. Sie wird bei der Bauaufsichtsbehörde beantragt. Benötigte Unterlagen:

  • Lageplan und Fotos des Gebäudes
  • Abbruchkonzept (Art und Weise des Rückbaus)
  • Schadstoffgutachten (Asbest, KMF, PAK, PCB)
  • Standsicherheitsnachweis für Nachbargebäude
  • Entsorgungskonzept

Bearbeitungszeit: 4-8 Wochen. Kosten: 200-1.500 EUR je nach Gemeinde und Objektgröße.

Schritt 2: Schadstoffuntersuchung

Vor jedem Abbruch muss ein Schadstoffgutachten erstellt werden. Besonders bei Gebäuden vor 1990 finden sich häufig Asbest (Fassadenplatten, Dacheindeckung, Rohrisolierung) und KMF (Mineralwolle). Die Sanierung von Schadstoffen vor dem Abbruch ist Pflicht und kann erhebliche Zusatzkosten verursachen.

Schritt 3: Der eigentliche Abbruch

Je nach Gebäude und Lage kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:

  • Maschineller Abbruch: Bagger mit Abbruchzange, Hydraulikhammer. Standard für freistehende Gebäude.
  • Rückbau von Hand: Bei beengten Verhältnissen oder wenn Nachbargebäude geschützt werden müssen.
  • Sprengung: Nur bei sehr großen Bauwerken, selten und genehmigungspflichtig.

Typische Kosten

  • Einfamilienhaus (unterkellert, 120m²): 15.000-35.000 EUR
  • Mehrfamilienhaus (3-4 Etagen): 40.000-100.000 EUR
  • Gewerbehalle (500m²): 20.000-50.000 EUR
  • Schadstoffsanierung: 5.000-30.000 EUR zusätzlich

Der größte Kostentreiber sind Schadstoffentsorgung und der Transportweg zur Deponie.

Unser Tipp

Beauftragen Sie zertifizierte Abbruchunternehmen. Diese kennen die Genehmigungsverfahren, haben die nötige Versicherung und entsorgen fachgerecht. Billigangebote von nicht-zertifizierten Firmen können teuer werden — insbesondere wenn Schadstoffe unsachgemäß entsorgt werden.

Den passenden Dienstleister finden

Durchsuchen Sie unser Verzeichnis und finden Sie den richtigen Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

Firmen durchsuchen

Verfasst von

Redaktion Hoch- und Tiefbauunternehmen

Unser Redaktionsteam recherchiert und verfasst praxisnahe Ratgeber-Artikel rund um lokale Dienstleister, Handwerker und kleine Unternehmen.